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MTB Komponenten für Kids

Mittlerweile gibt es zum Glück ein recht breites Angebot an MTB Komponenten, die speziell für Kinder ausgelegt sind. Es kann aber trotzdem nicht immer einfach sein genau das zu finden, was man gerade sucht. Daher sind im folgenden interessante MTB Komponenten und Ausrüstung gelistet, die ich bei meinen Recherchen entdeckt habe. Vieles davon haben oder hatten wir auch selbst im Einsatz.

Bitte beachten: Diese Seite wird laufen aktualisiert. Schaut also gerne regelmäßig vorbei.

Upgrade-Sets

Zwei Hersteller bieten optimal aufeinander abgestimmte Komponenten an, die dem Bike zugleich einen coolen Look verpassen:

  • SDG Junior Pro Kit – 100,- EUR
    Das Set besteht aus Lenker (650 mm), Griffen, Pedalen und Sattel, die farblich aufeinander abgestimmt sind. Es stehen vier Farben zur Auswahl. Zudem sind noch passende Unterlegscheiben für die Montage von Brems- und Schalthebeln dabei (22,2 mm Shim Kit). Im Gegensatz zum Einzelkauf kann man mit dem Set somit über 30,- EUR sparen.
  • Sixpack 1st Ride Komponenten – 145,- EUR (ohne Vorbau) bis 180,- EUR (mit Vorbau)
    Nicht als Set angeboten, aber dennoch optimal auf einander abgestimmt bekommt man die 1st Ride Komponenten von Sixpack: Lenker, Vorbau, Griffe, Pedale und Sattel. Farbig sind hier nur Pedale und Griffe.

Griffe

Lenkergriffe sind bei Kindern häufig ein Verschleißteil. Nicht selten sehen die tollen neuen Griffe schon nach wenigen Fahrten (und/oder Stürzen) ziemlich mitgenommen aus – manchmal in einem Maße, dass sie getauscht werden müssen. Dabei muss man nicht immer auf die Originalersatzteile zurückgreifen, sondern kann dem Bike auch ein recht kostengünstiges Upgrade oder einen Farbakzent verpassen.

Bei der Auswahl der Griffe muss man zunächst den Lenkerdurchmesser kennen. Speziell auf Kinderhände ausgelegte Lenker der kleineren Räder haben häufig einen Durchmesser von nur 19 mm, das BO16 von Supurb sogar nur 16 mm. Das schränkt die Auswahl etwas ein. Andere Lenker liegen bei 22,2 mm Durchmesser, was dem gängigen Klemmdurchmesser auch für Erwachsenen-MTBs entspricht. Der kleinere Klemmdurchmesser erlaubt natürlich auch einen kleineren Außendurchmesser, so dass Kinderhände die Griffe besser umfassen können.

19 mm Griffe

  • SDG Slater Junior Lock-On Griffe – 15,- EUR
    Schöner Lock-On Griff, der in 6 unterschiedlichen Farben erhältlich ist und das Bike optisch aufwertet. Mit einem Durchmesser von 19 mm und einer Länge von 115 mm passen sie sehr gut zu kleinen Lenkern und Kinderhänden. Mit einem Gewicht von 55 Gramm sind sie sehr leicht. Außendurchmesser: 25-26 mm
  • Sixpack 1st Ride Griffe – 15,- EUR
    Ebenfalls schöne Lock-On Griffe in 4 verschiedenen Farben, von den Rahmendaten den SDG Slater sehr ähnlich allerdings etwas schwerer. Gewicht: 72 Gramm, Länge: 115 mm, Außendurchmesser: 25 mm
  • KUbikes Griffe – 12,- EUR
    Auch von KUbikes gibt es 19 mm Griffe in zwei Farben (schwarz und orange). Sie sind kürzer als die oben genannten Lock-On Griffe (100 mm) und werden einfach auf den Lenker aufgezogen, was etwas Übung bzw. Mühe erfordern kann. Sie haben verbreiterte Griffenden, damit Kinderhände nicht abrutschen.
    Gewicht: 85 Gramm
  • Commencal Ride Alpha Kids Griffe – derzeit nicht lieferbar
    Die Originalgriffe der Commencal Kinderbikes sind ebenfalls für 19 mm Lenkerdurchmesser ausgelegt. Sie werden auf den Lenker aufgezogen und haben ebenfalls abrutschhemmende Enden. Aktuell sind sie bei Commencal allerdings nur noch in Übersee (Canada, Australien) bestellbar. Kleiner Außendurchmesser von nur 22 mm.
  • Canyon Offspring Kids Griffe – 5,- EUR
    Einfache Griffe, die an den Canyon Offspring Kinderbikes montiert sind. Der Griff wird mit der Schelle der Bremsen am Lenker verklemmt und hat Lenkerenden, die das Abrutschen verhindern sollen. Für mich kein Top-Produkt, aber eine der Optionen für kleine Lenker. Vermutlich nur noch so lange zu haben wie der Vorrat bei Canyon reicht, denn die Offspring Bikes wurden leider schon vor Jahren eingestellt und die Griffe sind nur noch im Outlet gelistet. Länge 90 mm.

22,2 mm Griffe

  • Spank Spoon Grom Kids Griffe – 15,- EUR
    Schöne Lock-On Griffe mit farbigen Alu-Akzenten (in 4 Farben erhältlich). Länge 100 mm, Außendurchmesser 30 mm bei einem Gewicht von 95 Gramm.

Lenker

Einen Lenker muss man eher selten wechseln. Möchte man die Geometrie des Bikes verändern, dann kann aber ein Tausch von Lenker und/oder Vorbau sinnvoll sein. Dabei gibt es dann verschiedene Faktoren und Stellschrauben an denen man drehen kann. Primär sind das Lenkerbreite, Rise und Vorbaulänge. Grundsätzlich lassen sich zu breite Lenker auch kürzen, um die optimale Breite für den Nachwuchs zu erreichen. Dabei sollte beachtet werden, dass die verbleibende Klemmfläche breit genug ist um noch alles benötigte (Griffe, Bremsen, Schaltung, Dropper-Hebel, Klingel) unterzubringen.

  • SDG Slater Handlebar – 40,- EUR
    Breite 650 mm, 20 mm Rise, Klemmdurchmesser Griffe 19 mm. Gewicht: 260 Gramm
  • Sixpack 1st Ride Lenker – 40,- EUR
    Breite wählbar 560 mm oder 680 mm, 25 mm Rise, Klemmdurchmesser Griffe 19 mm. Gewicht 227 Gramm. Von 1st Ride gibt es auch einen passenden Vorbau (40 mm Länge).

Pedale

Beim Mountainbiken sind Plattform Pedale die erste Wahl. Diese kommen in der Regel mit Metallpins, die sich in das Profil der MTB-Schuhe „bohren“ und somit für ausreichend halt auch bei ruppiger Fahrt durchs Gelände sorgen. Die Pins sind allerdings nicht ganz ohne wenn man doch einmal abrutscht. Es kann nämlich ganz schön weh tun wenn sie sich statt in die Sohle plötzlich ins Schienbein bohren. Autsch! Grundsätzlich lassen sich die Pins aber (fast?) immer austauschen bzw. abnehmen wenn man sie nicht benötigt. Erfahrungsgemäß kann das aber etwas fummelig sein, so dass man das nicht unbedingt täglich machen möchte. Ansonsten empfiehlt es sich – generell, aber eben speziell auch wegen der Pins – mit Schienbeinschonern zu fahren.

  • SDG Slater Junior Pedale – 40,- EUR
    Schöne Plattformpedale, die passend zu Griffen und Sattel in 6 Farben zu haben sind. Die 6 Pins pro Pedalseite sind etwas größer als üblich, was kinderfreundlicher sein soll.
    90 x 90 mm, 310 Gramm
  • Sixpack 1st Ride PA Pedale – 50,- EUR
    Vergleichbar den SDG Slater gibt es auch die 1st Ride Pedale in den 4 passenden Farben zu den 1st Ride Griffen. Sie kommen mit 8 Pins pro Seite. Besonderheit: Die 1st Ride Pedale lassen sich im Gegensatz zu den anderen hier gelisteten (und den meisten MTB Pedalen) mit Reflektoren ausstatten, was die Sichtbarkeit im Straßenverkehr erhöht.
    90 x 90 mm, 330 Gramm
  • Tatze Contact CNC Kids – 69,- EUR
    Echte Alu-Plattformpedale mit 10 Pins pro Seite und wie die oben gelisteten Kunststoffpedale auch in 4 Farben erhältlich. Zu einem etwas höheren Preis bietet Tatze eine Gewichtseinsparung von rund 40%.
    79 x 84 mm, 189 Gramm
  • Spank Spoon / DC – 45,- EUR
    Ebenfalls aus Aluminium und auch mit 10 Pins pro Seite, aber deutlich massiver und schwerer als die Tatze. Erhältlich in 8 unterschiedlichen Farben. Etwas günstiger, dafür minimal schwerer und in nur 7 Farben gibt es die DC Variante.
    90 x 105 mm, 360 Gramm

Sattel

Dropper-Post / Teleskopsattelstützen

Wie bei den 20″ Bikes ausgeführt können je nach Einsatzgebiet auch absenkbare Teleskopsattelstützen interessant sein. Grundsätzlich möchte man bei „normaler“ Streckenfahrt den Sattel in optimaler Höhe haben um möglichst entspannt sitzen zu können und gleichzeitig guten Druck auf die Pedale bringen zu können. Für Erwachsenen-MTBs kann diese Position so hoch sein, dass man kaum noch mit dem Fuß auf den Boden kommt. Dem gegenüber steht eine möglichst niedrige Sattelposition bei Downhill-Fahrten oder Sprüngen, um eine möglichst hohe Bewebungsfreiheit auf dem Bike zu haben. Damit man bei abwechslungsreichen Strecken nicht ständig den Sattel manuell höher und tiefer stellen muss kann hier ein Dropper-Post sinnvoll sein. Damit lässt sich die Höhe der Sattelstütze über einen Hebel am Lenkrad während der Fahrt variieren.

Am Kinderrad ist dabei Voraussetzung, dass die Kids bereits die nötige Größe und auch entsprechendes Gewicht mitbringen, um die Stütze überhaupt nutzen zu können. Der Sattel muss also so weit über dem Rahmen stehen, dass der Hub (also wie weit sich die Stütze ein- bzw. ausfahren lässt; auch Travel genannt) überhaupt untergebracht werden kann. Steht der Sattel des Bikes ohne Teleskopstütze bereits in niedrigster Position, dann macht der Dropper Post keinen Sinn. Die aufgeführten Stützen haben einen Travel von 70 mm bzw. 90 mm, so dass der normaler Sattel also mindestens so hoch über dem Rahmen stehen sollte.
Zudem arbeiten Dropper Posts mit Druck, der die Stütze beim Betätigen des Hebels automatisch nach oben fahren lässt wenn von oben kein Gegendruck herrscht. Beim Herunterfahren sitzt man auf dem Sattel und drückt diesen gegen den internen Druck der Stütze mit dem Eigengewicht nach unten. Dropper Posts für Erwachsene sind häufig auf 50 kg oder mehr ausgelegt, so dass Kinder die Stütze wegen ihres geringeren Gewichts nicht nach unten gedrückt bekommen. Daher muss man eine speziell auf Kindergewicht ausgelegte Teleskopstütze verwenden, die dann schon ab ca. 20 kg Körpergewicht verwendet werden können. Bei manchen Stützen lässt sich der Druck auch variabel anpassen, so dass man sie selbst auf das Fahrergewicht abstimmen kann.

Diese englische Seite listet eine Hand voll Dropper-Posts für Kids auf.

  • Brand-X Ascend Kids – 140,- EUR
    70mm Travel; bis 40 kg
  • Fern Kids Post – 270,- USD (inkl. Hebel)
    90 mm Travel, 20-50 kg; Habe ich nur bei US-Shops finden können.

Zubehör

Abschleppseile

Wie schon im Absatz zur Lernphase bei den 12″ und 14″ Bikes angerissen halte ich die verschiedenen Abschleppsysteme für eine sehr sinnvolle Sache. Schon in der Lernphase kann man Kinder, die schon das Gleichgewicht auf dem Rad halten können damit mitnehmen und sie ans Fahrradfahren gewöhnen. Später eignet es sich, um die Kinder zu entlasten wenn die Tour doch einmal etwas zu lang geraten sein sollte. Auch für ältere Kinder kann das Seil noch hilfreich sein, denn während beim Downhill fahren auch die Jüngeren nahezu unermüdlich sind geht die Puste bergauf doch schon schneller aus. Das Abschleppseil erlaubt es so dennoch anspruchsvollere Touren mit Bergauf-Anteil gemeinsam mit dem Nachwuchs zu bestreiten – eigene Fitness natürlich vorausgesetzt. Auch wenn man das Fahrrad als reines Fortbewegungsmittel verwendet erlaubt das Seil ein schnelleres Tempo wenn man es mal eilig hat.

Das Fahren am Seil haben die Kinder recht schnell raus. Vorausschauende Fahrweise des Ziehenden und enge Kommunikation mit dem Nachwuchs sind dabei sehr wichtig, z. B. damit man bei Pollern, Schildern oder Straßenlaternen durch die selbe Öffnung fährt und das Seil nicht am Hindernis hängen bleibt. Ebenso wichtig ist, dass der Nachwuchs das Bremsen schon selbstständig beherrscht. Das mögliche Fahrtempo hängt vom Nachwuchs ab. Manche Kinder lieben den Rausch wenn Mama oder Papa mal so richtig Gas geben, andere sind eher konservativ und wollen eher gemächlich unterwegs sein. Der gezogene hat hier das Sagen! Auch wichtig ist die konstante Aufmerksamkeit des Zugfahrers. Stürzt der Nachwuchs ist eine unmittelbare und abrupte Notbremsung nötig, damit man sein Kind nicht hinter sich herschleift.

  • Trax Original / Pro / Flex – 24,- EUR bis 44,- EUR
    Mein Favorit: Das klassische Trax Abschleppseil wird mittels Kabelbindern an der Sattelstütze befestigt, zieht das Seil automatisch ein und bleibt fest am Zugfahrrad montiert. Dabei kann es ggf. den Hub einer Teleskopsattelstütze einschränken, was mich bisher allerdings noch nicht gestört hat. Das Anfahren ist ungeübt etwas ruppig, da das Kevlar-Seil starr und nicht flexibel ist.
    Das Pro Modell wird mittels Klettband befestigt und bietet einige weitere Optionen (z. B. an den Sattelstreben des Zugfahrrads oder am Vorbei des Gezogenen), so dass es flexibler einsetzbar und auch von mehreren Personen abwechselnd genutzt werden kann.
    Das Trax Flex ist ein Bungeeseil, das nur bei Bedarf an Sattel (Zugfahrrad) und Vorbau (Gezogener) eingehängt wird und sonst anderweitig verstaut werden muss (z. B. im Rücksack). Dafür ist es mit 55 Gramm die leichteste Variante.
  • Kommit – 60,- EUR
    Vergleichbar dem Trax ist das Kommit in der Anschaffung deutlich teurer, funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip.
  • Kids Ride Shotgun Abschleppseil – 40,- EUR bis 60,- EUR
    Wie das Trax Flex handelt es sich beim Shotgun um ein Bungeeseil. Bei der teureren Variante ist ein Karabiner inklusive.

Weitere Zugsysteme mit Vergleich und Test finden sich z. B. in diesem Artikel.

Kindersitz

Eine eher unerwartete Kategorie für MTB Zubehör, aber auch die ganz Kleinen können bereits mit ihren Eltern auf echte MTB Tour gehen und in den Genuss von spannenden Trails kommen. Dazu gibt es den speziell für Mountainbikes entwickelten Shotgun von Kids Ride:

  • Kids Ride MTB Shotgun – 90,- EUR bis 275,- EUR
    Super cooler Kindersitz, optional mit eigenem Lenker für den Nachwuchs von 2 bis 5 Jahren.

Schutzausrüstung

Bekleidung

AirTag Halterungen

Apple AirTags sind eine Möglichkeit sein Bike im Falle eines Diebstahls verfolgen zu können. Für diesen Zweck gibt es alternativ auch verschiedene GPS Tracker. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

GPS Tracker können die Position genauer bestimmen und benötigen kein iPhone in der Nähe. Sie sind also universeller einsetzbar. Dafür ist in der Regel eine SIM-Karte und teilweise ein mit monatlichen Kosten verbundener Vertrag nötig. Zudem ist die Akku-Laufzeit begrenzt, je nach Größe des Trackers auf einige Tage, selten mehrere Wochen.

Apple AirTags sind in Apples „Find My“-Netzwerk eingebunden und können ihre Position an den Besitzer weitergeben, sobald ein beliebiges iPhone in der Nähe ist. Auch fremde iPhones agieren hier als Sender, ohne dass deren Besitzer dafür etwas tun müsste oder die Funktion unterbinden könnte. Im Umkehrschluss ist eine Positionsbestimmung nicht möglich wenn sich kein iPhone in Funkreichweite befindet.
AirTags sind kleiner als die meisten GPS Tracker und kommen mit einer Knopfzelle als Batterie aus. Diese hält erfahrungsgemäß etwa 1 bis 1,5 Jahre bevor sie gewechselt werden muss. Ein großer Vorteil gegenüber den GPS Trackern. Durch ihre Bauform lassen sie sich an vielen Stellen im oder am Fahrrad verstauen bzw. verstecken. Wer ein iPhone hat kann sie ohne laufende Kosten nutzen, ohne iPhone ist eine Nutzung aber leider gar nicht möglich. Zudem kann der Standort eines AirTags immer nur von einem Apple-Nutzer eingesehen werden. Er kann also beispielsweise nicht mit anderen Familienmitgliedern geteilt werden.

Es ist zu beachten, dass AirTags nicht für das Tracking von gestohlenen Bikes oder Gegenständen entwickelt wurden. Sie sind eher als Schlüsselfinder ausgelegt. Um Missbrauch (z. B. das unbemerkte Tracking/Stalking anderer Personen) zu verhindern machen sie zudem nach einer Weile durch Piepen und einer Meldung auf iPhones in der Nähe auf sich aufmerksam. Das ist eher ungünstig wenn das gestohlene Bike in einer fremden Werkstatt steht, da der Tracker so schnell gefunden und außer Betrieb gesetzt werden kann. (Es ist aber recht einfach zumindest das Piepen durch entfernen des eingebauten Lautsprechers zu unterbinden.)

Ist das Tracking von Bikes sinnvoll?

Generell bietet das Tracking eines gestohlenen Bikes keinen garantierten Mehrwert. Verschwindet das Bike in einem tiefen Keller und hat keinen Empfang mehr, dann kann der Tracker seinen Standort nicht mehr bestimmen und auch keine Signale mehr an den Besitzer senden. Selbst wenn ihr ein klares Signal bekommt: Stammt dieses aus einer großen Industrieanlage oder einem Wohnblock mit hunderten Wohnungen, dann reicht die Genauigkeit oft nicht aus, um das Rad tatsächlich zu finden. Zudem habt ihr im Zweifel keine rechtliche Grundlage um fremde Grundstücke oder Gebäude auf der Suche nach eurem Bike zu betreten. Ob die Polizei ein Hochhaus, ein Gewerbeobjekt oder die Keller einer großen Wohnanlage wegen einem einzelnen gestohlenen Bike durchsuchen wird hängt vom Einzelfall ab. Wir konnten in der Vergangenheit trotz temporärer Ortung der AirTags die gestohlenen Bikes auch mit engagierter Hilfe der Polizei nicht auffinden. Ich habe aber auch schon von gegenteiligen, erfolgreichen Wiederbeschaffungen gehört und gelesen.

Mein Fazit ist daher: die einmaligen Kosten von etwa 40,- EUR für ein AirTag und die wartungsarme Handhabung (Batteriewechsel jährlich oder seltener) sind relativ geringe Hürden um dem Tracking zumindest eine Chance zu geben. Den Aufwand einen GPS Tracker wöchentlich oder monatlich aufzuladen und laufende Kosten für Verträge hingegen wären mir persönlich zu viel für die mittelprächtigen Erfolgsaussichten im Falle eines Diebstahls. Daher empfehle ich das AirTag als Tracker am Fahrrad und würde selbst keinen GPS-Tracker nutzen. Wer seine Chancen erhöhen möchte, der montiert gleich mehrere AirTags.

AirTag Halterungen

  • egmatec AirTag Halterung für MTB Gabelschaft – 10,- EUR
    Eine sehr schöne Variante zur Anbringung des AirTags bietet diese Halterung für den MTB Gabelschaft. Das AirTag verschwindet komplett von unten im Schaft der Federgabel und ist von außen nicht mehr zu sehen. Die Gabel mag die Funkleistung des AirTags einschränken und damit die Reichweite reduzieren, ich habe aber eigentlich immer eine konstante Ortung dieses Tags. Nachteil: es passt nur in entsprechend große Federgabeln (32 mm bis 34 mm Schaftdurchmesser) und ist somit nicht für Kinderfahrräder geeignet.
  • AirTag Halterung für den Gabelschaft – 20,- EUR
    Diese Halterung für den Gabelschaft gibt es von verschiedenen Anbietern. Sie wird zwar im Gabelschaft befestigt, das AirTag selbst sitzt allerdings außen unter der Gabel, was eine Installation an kleineren Gabeln (23mm bis 36 mm) erlaubt. Zudem wird das AirTag nicht durch die Gabel selbst abgeschirmt. Nachteil: Es ist etwas weniger gut versteckt als bei der egmatec Halterung (aber m. E. immer noch sehr gut). Zu beachten: Die Rezensionen berichten davon, dass es sich schwer entfernen lässt wenn es einmal montiert ist (was z. B. für den Batteriewechsel nötig ist).
  • AirBell – 20,- EUR
    Die AirBell sieht erst mal aus wie eine ganz normale Fahrradklingel. In ihrer Basis verbirgt sich allerdings ein AirTag. Für mich eine sehr schöne Lösung, die auch an Kinderfahrrädern funktioniert. (Klemmdurchmesser des Lenkers beachten!)
  • Stouchi AirTag Bell – 25,- EUR
    Eine Alternative zur AirBell, die mir persönlich noch etwas besser gefällt.
  • Gummi-Band oder Klebe-Halterung – ab 2,- EUR
    Einfachste und eine der wenigen Möglichkeit zur Montage eines AirTags an Kinderfahrrädern sind Gummibänder in denen ein AirTag Platz findet oder Klebehalterungen. Diese können flexibel am Sattel, Rahmen, Gepäckträger, etc. angebracht werden. Je nach Positionierung ist das AirTag mal besser und mal schlechter versteckt. Für mich dennoch einen Versuch wert, vor allem bei höherwertigen Kinderbikes.
  • Ninja Mount bikeTag Saddle – 19,- EUR
    Klemmt das AirTag unter den Sattel. Solide Variante, allerdings nicht sonderlich gut versteckt. Zudem muss die Halterung zum Sattel passen. Bei mir hat das bisher bei lediglich 2 von 10 Sätteln gut funktioniert, bei vielen passte die Halterung gar nicht. Vor allem bei kleinen Kindersätteln sieht es in der Regel schlecht aus.
    Es gibt im (Online-) Handel mittlerweile vergleichbare Halterungen von diversen Herstellern, auch für kleineres Geld.
  • Ninja Mount bikeTag Bottle – 19,- EUR
    Geradezu ein Klassiker ist die Halterung für das AirTag für die Flaschenbefestigung. Diese gibt es in diversen Variationen und Ausführungen. In der Regel lässt sie sich unter einem normalen Flaschenhalter montieren, so dass man weiterhin sein Getränk am Fahrrad hat und der Halter bzw. das AirTag vielleicht auch ein wenig besser versteckt ist. Tatsächlich ist diese Variante allerdings vermutlich die auffälligste, da der Halter aufgrund der Dimensionen des AirTags doch recht breit ist.
  • Knog Scout – 50,- EUR
    Keine AirTag Halterung, sondern eine Alarmanlage für’s Bike, die an den Schrauben für die Flaschenhalterung angebracht wird und selbst in Apples „Find My“-Netzwerk integriert ist. Die Alarmanlage selbst ist eher enttäuschend. Der Alarm ist recht leise und die Meldung auf’s Smartphone erfolgt nur in Bluetooth-Reichweite – also in der Regel nur in Sichtweite des Bikes. Interessant kann das Ganze aber durch die zusätzliche Einbindung ins „Find My“-Netzwerk werden. Dort wird der Scout wie ein AirTag angezeigt und teilt seine Position. Der Akku hält ca. 6 Monate, muss dann aber am Fahrrad via USB-C Kabel geladen werden.

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